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Sonntag, 21. Februar. 2016 13:42 Alter: 4 Monat(e)

Podiumsdiskussion zu den Kommunalwahlen 2016 an der Heinrich-Heine-Schule

Von: Axel Städele

Die politische Bildung der Schülerinnen und Schüler ist in einer Zeit der wachsenden Politikverdrossenheit um so wichtiger. Deshalb wurden am 17.02.2016 von 9:30 bis 11:00 Uhr vier Kandidaten der Dreieicher Kommunalwahl 2016 unter Federführung der PoWi-Lehrerin Anja Eschmann in die Turnhalle der Heinrich-Heine-Schule eingeladen, um sich mit den Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen (H9, R10, G10) zu unterhalten und auf Fragen einzugehen. Gleichzeitig sollten dabei die Bedeutung und der Wert von Kommunalwahlen und auch allen demokratischen Wahlen an sich vermittelt werden.

Ingo Claus Peter (CDU), Jan Eric Filipczak (SPD), Tim Oliver Lienert
(FDP) und Eric Göbel (Die Grünen) stellten sich nach einer kurzen Vorstellungsrunde den Fragen des jungen Publikums. Schon bei der ersten Frage bezüglich der drohenden REWE-Schließung an der Frankfurter Straße gingen die Meinungen der Politiker weit auseinander. Während Eric Göbel gegen einen möglicherweise folgenden tegut ist, da er dadurch eine zu starke Konkurrenz für das nahe Naturwarenzentrum Dreieich sieht, betonten Peter und Lienert, dass dies freie, marktwirtschaftliche Entscheidungen privater Akteure sind, welche die Stadt nur bedingt beeinflussen kann. Alle vier waren sich jedoch darin einig, dass das Stadtbild besser entwickelt werden müsse.

Ein besonderes Anliegen der Schülerinnen und Schüler ist schon seit langem eine Aufstockung der regionalen Busbetriebe, da zu den Stoßzeiten, Schulbeginn und -ende, die Busse äußerst überfüllt seien.
Die Antworten der Kandidaten fiel aus Schülersicht ernüchternd aus:
Peter gab zu bedenken, dass die Busbetriebe in erster Linie die finanzielle Rentabilität und nicht die Bequemlichkeit berücksichtigen würden, außerdem müsse erst gewährleistet werden, dass die Buslinie nach Offental nicht eingestellt wird; Filipczak erklärte dazu die Geldknappheit der Stadt und die damit verbundene Notwendigkeit zur effizienten Geldverteilung zum Wohle aller Einwohner, was neues Geld speziell für Busse schwierig gestaltet; Lienert empfahl aus diesem Grund ein persönliches Engagement, um die Betriebe eventuell langfristig zum Umdenken zu bewegen.

Die Diskussion nahm noch einmal an Intensität zu, als es um die im Ort ansässigen Flüchtlinge ging. Nachdem Filipczak allgemein noch einmal erklärte, wie die neu in Deutschland ankommenden Flüchtlinge verteilt und regional in teils städtischen, teils gemieteten Gebäuden untergebracht werden, wurden Fragen zu Bleiberecht, Spendenaktionen und ehrenamtlichen Helfern beantwortet. Hier herrschte die größte Einigkeit unter den Kandidaten: Es bestehe eine Pficht zu helfen, jedoch nur denen, die die Hilfe auch wirklich benötigen.

Nach der Podiumsdiskussion, die von interessierten Publikumsfragen maßgeblich gesteuert wurde, betonten viele Schülerinnen und Schüler, dass diese "Politik zum Anfassen" einen völlig neuen Blickwinkel auf Wahlen, Demokratie und Politik ermöglicht habe.