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Freitag, 22. Mai. 2015 19:53 Alter: 5 Monat(e)

Heinrich-Heine-Schule gewinnt den Service-Learning-Wettbewerb

Von: Axel Städele

Die Europaschule Dreieich setzt Service Learning systematisch und strukturiert um. Im Realschulzweig der Gesamtschule ist Service Learning ein eigenes Unterrichtsfach im Wahlpflichtbereich. Mit Service Learning  werden – wie es auch im Schulprogramm steht – größere Lerneffekte erzielt als im Unterricht allein, da die Schüler eigenständig gemeinnützige Projekte planen, organisieren, durchführen und auswerten, die auf tatsächlich vor handene Probleme in der Gemeinde reagieren. Das fördere das problemlösungsorientierte Lernen, sagt  Sozialpädagogin Nicole Bondaug. Die Europaschule koordiniert das Engagement der Schülerinnen und Schüler in enger Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern und bietet strukturierte Zeiten für Reflexionen.

Engagiert im Einsatz sind die Schülerinnen und Schüler der Europaschule Dreieich in den unterschiedlichsten Kontexten: Isabella hat im von ihr selbst erdachten Flugzeugprojekt vier Stationen entwickelt, an denen die Grundschulkinder Flugzeugmodelle aus Papier nachbauen können. Im Experimentprojekt stellen die Gesamtschüler für die Jüngeren mit einfachen Mitteln naturwissenschaftliche Experimente nach: mit Sand oder Wasser, Hauptsache,  die Bestandteile sind ungefährlich. Ausführliche Recherchen und sorgfältige Vorbereitung sind dafür notwendig. Mit gleichaltrigen aus der Förderschule arbeiten andere Engagierte, sie organisierten ein Basteltreffen,
ein Vorleseprojekt und ein gemeinsames Fußballturnier. Wie geht man mit Behinderungen um, was muss man darüber wissen, wenn man miteinander die Freizeit verbringt? Das fragte sich Christine, die in dem Service-Learning-Projekt mit Inklusionsschülern Pizza backt oder einkaufen geht. Im Schulunterricht hat sie Gelegenheit, diese  Fragen zu stellen, ihr Wissen zum Thema Behinderung zu vertiefen und ihren Einsatz zu reflektieren.

Die Schüler im Jahrgang 9 und 10 im Realschulzweig der Gesamtschule wählen Service Learning im Wahlpflichtbereich als Unterrichtsfach mit drei Stunden pro Woche. Unterrichtsstoff aus anderen Fächern wird
fächerübergreifend eingebracht, systematisch bereiten die Schülerinnen und Schüler ihr Engagement vor. Sie planen, recherchieren und entwickeln eigene Projekte, etwa zum Thema Kleinkinder. Im Frühling recherchierten
sie im Biologieunterricht über Pflanzen und deren Wachstum. Anschließend erkundeten sie mit den Kleinen die aufblühende Natur rund um die Kita. Auch entsprechende Bastelangebote entwickelten sie und dabei tauchten
praktische Fragen auf: Dürfen kleine Kinder eine Schere benutzen und falls ja, wie lernen sie ihre Handhabung? Problemlösungsorientiertes Lernen ist unerschöpflich. Die Schülerinnen und Schüler verstehen, dass der in der
Schule erlernte Stoff in der Praxis anwendbar und wichtig ist. Die 15-jährige Leslie bringt es auf den Punkt: „Plötzlich macht das Spaß, was man tut in der Schule.“

Alex hat in einem Seniorenprojekt einen Spielenachmittag mit durchgeführt. Das hat ihr so viel Spaß gemacht, dass sie den Wahlpflichtunterricht in diesem Schuljahr gleich wieder gewählt hat. „Wiederholungstäter gibt es viele“, sagt Nicole Bondaug. „Oft sind es die, die am Anfang skeptisch waren, sich aber ihre Erfolgserlebnisse
erarbeitet haben.“ Auch Nicole Bondaug arbeitet konsequent am Erfolg von Service Learning an der Europaschule Dreieich. Sie möchte Service Learning auf der Ebene der Gemeinde weiterentwickeln: Ihre Schülerinnen und Schüler wirken in politischen Gremien mit, um neue Projekte anzuregen, in denen die Jugendlichen ihr erlerntes Wissen
für echte Herausforderungen einsetzen können. So setzt die Europaschule Dreieich Service Learning mit hoher Qualität und durch das Schulprogramm selbstverpflichtend um.