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Mittwoch, 01. April. 2015 19:26 Alter: 5 Monat(e)

Bericht des 5.Comenius-Treffens in St.Jean-de-Braye

Von: Monika Zschätzsch

Vom 9.-12.03.2015 fand das 5. Projekttreffen im Rahmen des Comenius-Projekts „World War I and European Identity“ in Saint-Jean-de-Braye, Frankreich statt. Nachdem in den vorherigen Treffen der Erste Weltkrieg von verschiedenen Facetten beleuchtet wurde, sollte hier nun der Schwerpunkt auf „European Identity“ gesetzt werden.
Dazu befragten die teilnehmenden Schüler aller Partnerschulen vor Beginn des Projekts Schüler und Lehrer in ihren Schulen zum Thema „Was ist Europa für dich?“. Bei der Vorstellung der Ergebnisse am Projekttag wurde festgestellt, dass Schüler und Lehrer auf die gleichen Fragen ganz unterschiedliche Antworten gaben. Während sich die deutschen Schüler und Lehrer sehr mit Europa identifizieren können, haben Engländer oft ihre Schwierigkeiten damit. Grund genug also, solche multinationalen Projekte voranzutreiben und damit den Schülern deutlich zu machen, wie sehr Europa zusammengewachsen ist.

Dies spürte man besonders bei den internationalen Workshops am Projekttag, bei dem die Schüler in multinationalen Gruppen Nachforschungen zum Thema „Frauen im Ersten Weltkrieg“ anstellten – ein Thema, das alle Nationen vereint und bei dem festgestellt wurde, dass es in jedem Land ähnliche Schicksale gab.

Das Highlight des Projekttreffens war der Besuch des „Musée de la Grande Guerre“ in Meaux, welches zum 100-jährigen Jubiläum des Ersten Weltkriegs eröffnet wurde. Mit einer Zeitreise in Form von Bildern und Videos von heute zurück bis ins Jahr 1870 wurden die Besucher auf die zu diesem Zeitpunkt entstehende deutsch-französische Erbfeindschaft aufmerksam gemacht, die den Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit vorantrieb. Mit Hilfe der Darstellung verschiedener Gegenstände (z.B. Waffen, Fahrzeuge und Prothesen der Kriegsverwundete, Uniformen der beteiligten Nationen) wurde das Erlebte erfahrbar gemacht. Zudem wurden Schützengräben der Mittelmächte und der Alliierten nachgebaut, um die Bedingungen der Soldaten zu verdeutlichen und um auf Unterschiede der Bauweise hinzuweisen. Das durchgängig ertönende Geräusch von Feuergeschützen und Granaten machte den Krieg noch erfahrbarer.

Das Abschlusstreffen des Comenius-Projekts wird im Mai in Péronne, Frankreich stattfinden, einem Ort an der Somme, der während des Ersten Weltkriegs sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Dort werden die Schüler selbst die noch erhaltenen Schützengräben betreten können und die Umgebung erleben, die noch immer von den Folgen des Granatenhagels und der Schützengrabenbauten geprägt ist.